Mittwoch, 3. Juli 2013

Maria Sibylla Merian, die Schmetterlingsforscherin

Vor 350 Jahren glaubten die Leute wirklich komische Dinge. Sie hielten harmlose Insekten für Teufelszeug. Sie glaubten an Hexen, die sich in Schmetterlinge verwandeln, um Butter und Sahne zu stehlen. Und wenn von einer Frau behauptet wurde, sie sei eine Hexe, wurde sie oft verbrannt. Trotzdem beschloss Maria Sibylla Merian ausgerechnet zur Zeit der übelsten Hexenverfolgung Insekten zu sammeln, um sie zu malen und zu beobachten. Sie war damals elf oder zwölf Jahre alt. Sie sammelte alle Raupen, die sie finden konnte und hielt sie auf dem Dachboden vor ihrer Mutter versteckt. Dort hatte sie unzählige kleine Schachteln, in denen Raupen, Kokons und Schmetterlinge lebten. In ihrem Versteck muss es ausgesehen haben wie in einer Hexenküche. Aber sie hatte Glück. Sie wurde weder verbrannt noch sonst umgebracht, sondern eine bekannte Schmetterlingsforscherin.

Maria Sibylla Merian, 1679 gemalt von Jacob Marrel, (c) Kunstmuseum Basel, Foto: Martin Bühler